Indien: Göttliche Marwari Pferde

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Der Marwari ist eine sehr robuste indische Pferderasse, die für ihre extravaganten Sichelohren bekannt ist. 1193 zogen sich die Rathorenherrscheri in die große indische Wüste im heutigen Rajasthan zurück und begannen, mit dem Marwari (dem Pferd aus Marwar, dem Land des Todes) ein gutes Wüstenpferd, also ein robustes, schnelles, extrem hartes und Kälte und Hitze trotzendes Pferd zu züchten. Marwaris ähneln stark den Pferden aus Turkmenistan und der verwandten, aber noch zierlicheren indischen Pferderasse Kathiawari. In den 30er Jahren hatte die Anzahl der Marwaripferde nach vermerhter Einflussnahme der Engländer stark abgenommen, ist jetzt aber wieder stabil. Die Marwari-Pferde dürfen aufgrund überholter Seuchenschutzbestimmungen nicht nach Deutschland eingeführt werden.

Marwaris kommen in allen Farben vor. Je höher der Weißanteil bei Abzeichen oder im Fell ist, desto beliebter und wertvoller sind die Pferde, da die Farbe Weiß als Glücksbringer angesehen wird. Farbenprächtig geschmückte Schimmel dürfen bei keinen weltlichen und religiösen Feiern fehlen. Marwaris sind drahtig gebaut, haben einen markanten Widerrist und einen langen Rücken. Die Bemuskelung scheint - verglichen mit europäischen Rassen - eher unterdurchschnittlich, vor allem die oft sehr schmale Brust ist auffallend. Dennoch zeichnet sich die Rasse durch große Härte, Ausdauer und hohe Schnelligkeit aus. Ein Ritt auf ihnen fühlt sich an, als würde man auf einer Gazelle sitzen. Der Kopf ist mittelgroß, trocken mit kaum wahrnehmbar konvexer Nasenlinie, was den Pferden ein besonders nobles Aussehen gibt. Auffällig sind die großen, intelligenten Augen und die charakteristischen, sichelförmigen Ohren, deren Spitzen sich oft sogar berühren. Kreuzt man Marwaris mit anderen Rassen, geht die Ohrenform verloren. Die Beine sind sehr lang, mit widerstandsfähigen Hufen, die auch in extrem steinigen Gegenden nicht beschlagen werden müssen. Selten kommt es zu Lahmheit oder Erkrankung der Beine und Hufe. Die Tiere sind auch in schwierigstem Gelände ausgesprochen trittsicher und zeigen oft einen natürlichen Passgang (Revaal). Ihr Stockmaß beträgt etwa 145 bis 165 cm. In ihrer Heimat werden die Pferde als göttliche Wesen verehrt und sehr respektvoll behandelt. Lange Zeit durften sie nur von den obersten Kriegerkasten geritten werden.
Hier sieht man zwei kurze Videos von Christianes Ritt:
Ritt durchs Dorf:
http://www.youtube.com/watch?v=IzyCd-oHrhw

Kurzer Galopp in der Wüste:
http://www.youtube.com/watch?v=THr6CP-dk5s&feature=mfu_in_order&list=UL

Professionelle und registrierte User finden weitere Marwari- und Kathiawaribilder im Bildarchiv unter "Rassen" oder im Set "Indien".

Portfolio by Christiane Slawik on Sa, 09/25/2010 - 18:53